Aktivitäten auf Landesebene in Nordrhein-Westfalen

Für die ressortübergreifende Koordination der Aktivitäten der Landesregierung zum Aufbau der Geodateninfrastruktur Deutschland (GDI-DE) wurde im Jahr 2004 ein interministerieller Ausschuss (IMA GDI.NRW) eingerichtet. Der IMA GDI.NRW nimmt auch die koordinierende Funktion zur Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie wahr. Zur Unterstützung des IMA GDI.NRW wurde eine Geschäfts- und Koordinierungsstelle bei der Bezirksregierung Köln, Abteilung 7/ Geobasis NRW eingerichtet. Am 19.05.2008 konstituierte sich die AG Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie in NRW. In dieser konstituierenden Sitzung wurde deutlich, dass die INSPIRE-Umsetzung in NRW eine sehr komplexe Aufgabe ist. Neben einer Reihe von Stellen, die sich mit den Kernprozessen der INSPIRE-Umsetzung befassen, sind viele weitere Stellen inhaltlich durch ein oder mehrere Annex-Themen involviert.


NRW im Umfeld der INSPIRE-Richtlinie

Seit Jahren wird in NRW die diensteorientierte Bereitstellung raumbezogener Daten im Rahmen des Aufbaus der GDI-NRW engagiert betrieben. Auf Seite der Landesverwaltung steht inzwischen eine zentrale GIS-Infrastruktur sowohl im Internet als auch im Intranet zur Verfügung. Auch auf kommunaler Seite gibt es eine Vielzahl von Initiativen zum Aufbau kommunaler GDI. Die Situation der Kommunen stellt sich insgesamt aber heterogen dar. Diese vorhandenen Strukturen sind im Zuge der INSPIRE-Umsetzung auszubauen. Um die erheblichen Synergiepotentiale ausnutzen zu können, ist ein integrierter Ansatz erforderlich, der sowohl die organisatorischen, technischen und thematischen Anforderungen der INSPIRE-Richtlinie und der Durchführungsbestimmungen, als auch die weiteren Anforderungen im Bereich der Nutzung raumbezogener Informationen in NRW beachtet. Nur wenn dieser integrierte Ansatz, der nicht explizit im INSPIRE-Kontext formuliert ist, umgesetzt wird, kann die INSPIRE-Umsetzung in NRW mittel- und langfristig erfolgreich sein. Isolierte INSPIRE-Strukturen wären auf Dauer ohne Perspektive.


Arbeitsschwerpunkte

Neben vielen technischen Anforderungen gilt es auch noch viele unbeantwortete inhaltliche Fragestellungen zu erarbeiten. Die Auswahl einzelner Arbeitsschwerpunkte in der folgenden Beschreibung gibt Ihnen einen Überblick über die noch anstehenden Aufgaben.


Infrastruktur

Die informationstechnische Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie in der Landesverwaltung NRW und bei den Kommunen erfordert eine zentrale Infrastruktur: Für den Betrieb der zentralen Infrastruktur sind Anforderungen bezüglich Performance, Ausfallsicherheit und Schutz gegen Missbrauch zu berücksichtigen. Die Interoperabilität dieser zentralen Infrastruktur mit dem zentralen INSPIRE-Zugang des Bundes sowie dem INSPIRE-Portal der Europäischen Kommission muss gewährleistet sein. Hierzu gehört neben der Bereitstellung landesweiter Geo- bzw. Metadaten durch verschiedene Dienste wie WMS, WFS, und CSW, auch die Aufstellung von Kaskaden und Brokersystemen.


Metadaten

Im Dezember 2010 müssen für die Metadaten zu den Annex I und II–Themen operationelle Metadatendienste vorliegen. Die Ausgangssituation ist in NRW komplex. Die Vermessungsverwaltung führt die Metadaten ihrer Geoinformationsprodukte im Metainformationssystem der AdV (AdV – Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder). Im Umweltressort hingegen wird für die Erfassung und Pflege von Metadaten für Geoinformationen und weitere umweltrelevante Sachverhalte das Umweltportal Deutschland (PortalU) genutzt. Wiederum andere Fachdienststellen nutzen noch kein oder ein anderes Metadateninformationssystem. Daher wird derzeit ein landesweites fachliches und Datenverarbeitungstechnisches Konzept zur Erfassung und Pflege von Metadaten für Geoinformationen erarbeitet.


View- und Downloaddienste für die Annexthemen

Der Entwurf Verordnung der Kommission zur Durchführung der INSPIRE-Richtlinie hinsichtlich der Netzdienste (Draft: Commission Regulating implementing INSPIRE-directive as regards the network services ) und das Dokument Allgemeines Modellkonzept für INSPIRE (Generic Conceptual Model for INSPIRE) geben bereits einen recht genauen Überblick, auf welchen Standards und technischen Konzepten die Dienste aufzusetzen sind - WMS 1.3.0 und GML 3.2.1. Die inhaltlichen Festlegungen zu den einzelnen Annex-Themen und die Definition der Austauschformate und Darstellungsvorschriften werden in den Fachdatengruppen (Thematic Working Groups) erarbeitet. Zum aktuellen Zeitpunkt besteht die Hauptarbeit in diesen vor allem darin, frühzeitig Informationen über die genaue thematische Eingrenzung der Annex-Themen in Erfahrung zu bringen. Hierzu gilt es zunächst für die Annex I und II–Themen, in etwa 2 Jahren für die Annex III–Themen, die betroffenen Datenbestände und Fachverfahren zu ermitteln. Erst danach lassen sich für die INSPIRE-konforme Umsetzung bestimmter Annex-Themen Zuständigkeiten festlegen. Im Einzelfall, insbesondere bei interdisziplinären Themen des Annex III, können mehrere Stellen zuständig sein.


GeoPortal

Den Bürgern, der Wirtschaft und der Verwaltung soll ein einfacher Zugang zu den Geo-Diensten der Landesverwaltung und der Kommunen ermöglicht werden. Hierzu soll ein Geoportal NRW eingerichtet werden, dass die in der INSPIRE-Umsetzung realisierte Infrastruktur nutzt, aber inhaltlich nicht auf die ANNEX-Themen beschränkt ist (Zugangsknoten für INSPIRE).

Die informationstechnische Umsetzung der INSPIRE-Richtlinie in NRW ist ein ressortübergreifendes Projekt des IMA GDI.NRW.

  • Der IMA GDI.NRW entscheidet in allen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung.
  • Die Kernarbeitsgruppe INSPIRE NRW steuert die Umsetzung des INSPIRE-Prozesses in NRW und bereitet Beschlussvorlagen für den IMA GDI.NRW vor.
  • Die Geschäftsstelle des IMA GDI.NRW (BR Köln, Abtl. 7/ GEObasis.nrw) übernimmt die fachliche Koordinierung und zeichnet sich für die Einrichtung und Koordinierung der themenspezifischen Arbeitsgruppen verantwortlich.
  • Die technische Stelle - Geoinformationszentrum - (IT.NRW) übernimmt die erforder-liche Weiterentwicklung der GIS-Infrastruktur innerhalb der Landesverwaltung NRW. In seiner Funktion als Landesdatenverarbeitungszentrale (LDVZ) steht das IT.NRW als IT-Volldienstleister schwerpunktmäßig der Verwaltung im Land NRW zur Verfügung.

Weitere Arbeitsgruppen

Die Mitglieder der einzelnen Arbeitsgruppen setzen sich aus Vertretern der Landesverwaltung und Kommunen zusammen.

AG 1: Metadaten

Aufgaben:

  • Definition der fachlichen und technischen Anforderungen an ein Metainformationssystem für die Geodaten der Landesverwaltung.
  • Erarbeitung eines Fachkonzeptes für das Zusammenwirken dieser Lösung mit den bereits bestehenden Systemen, sowie der weiteren Erfassung, Pflege und Nutzung der Metadaten. Dieses Fachkonzept muss sowohl die Anforderungen der INSPIRE-Richtlinie als auch der allgemeinen Nutzung raumbezogener Daten berücksichtigen.

AG 2: Geoportal

Aufgaben:

  • Definition der fachlichen und technischen Anforderungen an das Geoportal NRW.
  • Erarbeitung einer Struktur für die allgemein informierenden Portalseiten.
  • Festlegung der inhaltlichen Verantwortlichkeiten für die einzelnen Bereiche.